Der Mensch, der illegal war

24.03.2016

Der Mensch, der illegal war

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Mittlerweile ist auf dieser Internetseite eine Menge Text zusammengekommen.
Ich habe mir nochmal alles durchgelesen, um mögliche Beleidigungen zu finden.
Und da ist er mir auf einmal begegnet :

Der Mensch, der illegal war …

Er ist vor 20 Jahren nach Löffingen gezogen und hat dort Gewerbefläche angemietet.
Dann hiess es auf einmal, dass er sich illegal dort aufhält, wo er sich aufhält. Deshalb hatte er auch kein Bleiberecht und musste von dort verschwinden, wo er sich aufhielt. Das ist irgendwie logisch. Zumindest aus Sicht derer, die Bleiberechte vergeben können …illegal3

Komischerweise hatte der Mensch, der illegal war alle nötigen Papiere. Sogar eine Anmeldebestätigung genau auf die Adresse, wo er sich aufhielt. Wie hätte er die wohl bekommen können, wenn nicht alles zuvor mit dem Bürgermeister abgesprochen wäre ?

Leider hat er es versäumt, die besprochenen Änderungen schriftlich in seinem Pachtvertrag vermerken zu lassen. Das war ein echter Anfängerfehler. Wie kann man nur so blöd sein, sich auf das Wort eines Politikers zu verlassen …

Jetzt sind Menschen, die illegal sind ja keine Einzelfälle. Mindestens 1 Million Menschen in Deutschland halten sich illegal dort auf, wo sie sich aufhalten. Aber das ist kein Problem.
Ein echter deutscher Gutmensch begegnet jedem seiner Mitmenschen immer mit Hilfsbereitschaft und Mitleid. Also fast jedem. Oder fast immer. Oder zumindest dann wenn einer von der Zeitung mit dabei ist. Wenn der Gutmensch sich sicher ist, dass alles unter dem Teppich bleibt, dann kann er auch ganz anders. Das hat der Mensch, der illegal war zu spüren bekommen. Dafür haben die Löffinger Gutmenschen  zu spüren bekommen, dass die Zeiten vorbei sind wo Sachen unter dem Teppich bleiben …

Ich finde es völlig nachvollziehbar, dass der Mensch, der illegal war die Löffinger Administranten auch mal spüren lässt, wie es sich anfühlt wenn man die Arschkarte hat.
Es wäre für die Administranten ein leichtes gewesen, nachträglich die besprochenen Änderungen dem Pachtvertrag hinzu zu fügen, so wie es für den Mensch, der illegal war ein leichtes wäre, nachträglich Inhalte von seiner Internetseite zu löschen. Aber die Administranten wollten damals nicht und der Mensch, der illegal war will jetzt nicht …

Irgendwie ist es schon krass, wenn einer einen Strafbefehl, der gegen ihn selbst ergangen ist auch noch ins Internet stellt. Aber genau das ist die Tranzparenz, die nötig ist.
Wer anderen die Hosen runterzieht muss auch die eigenen Hosen runterlassen um glaubwürdig zu bleiben. Jetzt stehen alle Akteure bei „Löffingen-macht-platt“ splitternackt da, und was es da auf Seiten der Löffinger Administranten zu sehen gibt ist wirklich alles andere als appetitlich …

Vielleicht leben wir tatsächlich in der Endzeit. Apokalypse heisst wortlich übersetzt „Enthüllung“ und nur im übertragenen Sinn „Weltuntergang“. Zur Zeit geht schon eine Welt unter. Die Scheinwelt, die sie uns seit Jahrzehnten und Jahrhunderten vorspielen :
dass die Politiker für die Bürger handeln, dass die Medien die Wahrheit berichten, dass Gerichte für Gerechtigkeit sorgen, dass die Wirtschaft für die Menschen da ist usw.

Überall in sämtlichen Bereichen und Ebenen sind zur Zeit Leute dabei, den Vorhang zur Seite zu ziehen und darüber zu berichten. Wenn nicht soviele Betroffene ein video von den unglaublichen Vorgängen in der Neujahrsnacht am Kölner Hauptbahnhof und anderswo ins Internet gestellt hätten, hätten wie so oft Vertuschung und Verheimlichung die Oberhand behalten. So ist die Sache auf dem Tisch und es kann auf eine Verbesserung der Zustände hingewirkt werden.

Die Welt ist krank und wie bei einem menschlichen Patient muss erst mal ein Befund her, um Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Da werden auch Röntgenbilder und EKG `s und Computertomographie gemacht. Ich glaube, der Mensch, der illegal war möchte auch einen klitzekleinen Beitrag zur Verbesserung der Zustände leisten. Er macht sozusagen eine Darmspiegelung im Körper Löffingen. Das ist unangenehm und stinkt. Aber von aussen sieht man immer  nur den straffen Bauch. Schaut man mal richtig von innen  in den Bauch rein sieht man auf einmal auch die ganzen Tumore, Blutegel, Pilze und Bakterien. Und man sieht wie die Personen Organe so arbeiten ( und ob sie überhaupt arbeiten …).

Das ist der Befund. Dann kommt die Therapie. Ein Therapievorschlag könnte z.B. sein:

„Es braucht eine BürgermeisterHerztransplantation, der Stadtbaumeister die Niere produziert zuviel Seich, die Nahwärme der Tumor frisst zuviele Euros rote Blutkörperchen, der Pilz Candida korruptionis entzieht dem Körper zuviel Energie usw.
Aber irgendwann sagt jeder Therapeut : meine Arbeit ist gemacht, so sieht`s aus, ändert was oder macht weiter so, mir ist es wurscht …

Apropos Arbeit :

Früher war ich oft in der Gegend, wo der Mensch, der illegal war seine Holzpfähle gemacht hat. Da fiel mir dann immer das Sprichwort „wo gehobelt wird da fallen Späne“ ein …

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Das mus schon hammerhart sein, wenn man für eine Stadt jahrelang kostenlos gearbeitet hat und dann dermaßen von ihr verarscht wird. Es sind ja nicht nur die kostenlos ausgeführten Jungbestandspflegearbeiten. Ich kenne mich aus im Forstbereich. In den 1990-er Jahren galt im Forst die Faustregel, dass man pro Ster mit angestellten Forstwirten aufgearbeitetem Papierholz 20 DM drauflegen muss. Der Mensch, der illegal war hat für die Stadt Löffingen Tausende Ster Holz aufgearbeitet. Und dem berechnen sie dann 2.187 € Nutzungsentschädigung für 187 qm Fläche, deren Nutzung sie ihm zuvor erlaubt haben wo es so gewesen sein kann, dass sie ihm die Nutzung erlaubt haben.

Ich habe schon mit vielen Leuten über den Fall diskutiert. Die fragen sich alle, wie es möglich ist, dass ein Urteil gesprochen wird auf der Basis, dass etwas so gewesen sein kann. Es gäbe da den Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten“.
Wenn die Frage ist, ob einer eine Tüte Gummibärchen geklaut hat oder nicht und die Verkäuferin sagt als Zeuge: „es kann so gewesen sein, dass ich ihm erlaubt habe, die Tüte Gummibärchen mitzunehmen“, dann wird doch der Beklagte nicht zur Rückgabe der Gummibärchen verurteilt. Aber so geht eben Rechtsstaat. Da muss man schon 20 Silvester Jura an einer Unität studiert haben, um das verstehen zu können …

Was ich auch nicht verstehe ist, wie die Löffinger Administranten so verrückt sein konnten, wegen nix und wieder nix dermaßen Schuld auf sich zu laden. Das rächt sich, in diesem oder in einem anderen Leben (sofern man denn an eine Wiedergeburt glaubt).
Wenn das Schicksal was nicht leiden kann, dann ist es das, wenn jemand ohne jeden Sinn und Not Streit anfängt und einem anderen Steine in den Weg legt und ihn peinigt und drangsaliert, einfach nur aus reiner Böswilligkeit und Freude an der eigenen Macht. Irgendwann kommt der Bumerang zurück. Der erste von denen ist schon unterwegs, ganz langsam und elendig zu verrecken. Das finde ich weder gut noch schlecht. Das ist ganz einfach ein universelles Naturgesetz

karma

Wenn der Mensch, der illegal war diplomatisch gewesen wäre und um darum gebettelt hätte, dass man ihm das belässt was man ihm zugesagt hatte, dann wäre das alles gar kein Problem gewesen. Dann hätten sich die Löffinger Administranten ihrer Wichtigkeit entsprechend angemessen gewürdigt gefühlt. Oder der Mensch, der illegal war hätte ganz einfach auch ein paar Scheine über den Schreibtisch geschoben. Aber für solche Spielchen war er wohl nicht zu haben. Ich kenne solche Typen. Die gehn lieber drauf als dass sie irgendeinem in den Arsch kriechen, noch dazu einem, der durch seinen Murks Dutzende Arbeitsplätze auf dem Gewissen hat. Dann schon lieber wegehen müssen und woanders neu anfangen. Wer sich einmal eine Existenz mit nix aufgebaut hat der schafft es auch ein zweites Mal. Eigentlich müsste der Mensch, der illegal war froh sein, dass es so gekommen ist. Jetzt hat er einen prima Platz mit grandioser Aussicht und nur noch mit Leuten zu tun, die einen tadellosen Lebenslauf und gute Arbeit zu schätzen wissen.

IMG_3177Aber es hat den Mensch, der illegal war schon ziemlich aufgeregt, dass er von lauter Illegalität umgeben der einzige war, der dafür büssen musste, dass er illegal war.
Also hat er sich auf die Suche gemacht um mal zu schauen, was an denen alles illegal ist, die darauf bestanden hatten, dass er illegal ist. Da ist er dann selber erschrocken, auf was er da alles gestossen ist. Und weil es sonst niemand glauben würde hat er alles auf seiner Internetseite dokumentiert.

Ich habe den Eindruck, der Mensch, der illegal war hat sich auf eine Reise begeben um  nachzuforschen wie es weitergeht wenn man mal nicht „Ja, Herr Stadtbaumeister !“ sagt.
Die Internetseite ist das Berichtsheft dazu. Die Idee ist so gut, dass sie glatt hätte von mir sein können …

Klar, da geht es manchmal ungeordnet und durcheinander zu. Aber es ist ja schon erstaunlich, dass ein Holzfäller überhaupt was aufs Papier bringt. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie ich es anfangen sollte, so eine verrückte und komplizierte Geschichte halbwegs verständlich rüberzubringen. Aber es ist alles durch Fotos und Dokumente belegt. Das ist ja das beklemmende: es ist die verdammte Realität.

Ich finde es prima, dass sich mal jemand als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt und staune jedesmal, was Vater Staat und Mutter Stadt so alles an Formularen und Aktionen in der Schublade haben, um einen bösen Bürger wieder auf Linie zu bekommen.

Jetzt wollen die Administranten  gerichtlich bestätigt haben, dass der Mensch, der illegal war auch noch ein Mensch ist, der was illegales gesagt hat. Wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht … Bei den bisherigen Gerichtsverhandlungen waren es eher die Zeugen, die sich blamiert haben …

Die Hauptverhandlung im Verfahren wegen Beleidigung findet am Montag, den 02.Mai 2016 um 9:30 Uhr im Amtsgericht Neustadt statt. Ich werde auch kommen und mir mal anhören, was er so zu erzählen hat …:

…. der Mensch, der illegal war

 

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