Das fliegende Tomatenmonster

16.05.2018

Das fliegende Tomatenmonster


Eine Glaubens- und Wertegemeinschaft wie die Stadtverwaltung Löffingen mit dem ihr untergeordnetem Gemeinderat braucht zwingend ein spirituelles Fundament, denn ohne Religion ist der Mensch nur ein Tier, dass frisst und säuft und zusammenrafft, was ihm unter die Krallen kommt.

Im derzeitigen Abendland wäre es nahe liegend, dass das Christentum dieses Fundament bildet, aber das Christentum ist einfach -sagen wir mal- zu unspektakulär für Löffingen. Jesus als spirituelles Oberhaupt der Christen konnte zwar über das Wasser laufen, aber als bankrotter Bauunternehmer zum Stadtbaumeister aufsteigen, das hat nicht mal er geschafft …

Wenn du Jesus einen Fisch gegeben hast, konnte er tausend Fische daraus machen. Und er konnte Wasser in Wein verwandeln. Wenn du ihm den Job als Stadtbaumeister in einer Stadt mit riesigem Waldbesitz, einer eigenen Kiesgrube und einem interkommunalem Gewerbegebiet gegeben hättest und gesagt hättest, er soll diese Stadt innerhalb von 15 Jahren in eine finanzschwache Ruine mit 21.000.000 € Schulden verwandeln, dann wäre er an dieser Aufgabe kläglich gescheitert. Dazu hätten seine bescheidenen Kräfte nicht ausgereicht …

Der Buddismus scheidet auch aus. Dort üben sie Demut und Bescheidenheit und haben eine chronische Abneigung gegen Ehrungen und Auszeichnungen. Islam geht auch nicht, denn da darf man keinen Whiskey saufen. Bleibt nur noch der Hinduismus. Er könnte passen, denn bei den Hindus dürfen auch keine heiligen Kühe geschlachtet werden und bei jeder Gelegenheit werden Räucherstäbchen angesteckt.

Doch die Hindus glauben an Karma und Wiedergeburt, und es könnte daher durchaus sein, dass sich ein Löffinger Administrant in seinem nächsten Leben als Kleingewerbetreibender in der Privatwirtschaft wiederfindet, und diesen Gedanken fürchtet jeder Rathäusler wie der Teufel das Weihwasser …

Kurzum, das beste ist es, eine neue und eigene Religion zu gründen.

Dies wurde mir klar, als ich neulich Bruder Spaghettus im Internet begegnet bin. Er ist das spirituelle Oberhaupt der deutschen Sektion der Freikirche des Fliegenden Spaghettimonsters (FSM).
Die Mitglieder dieser Glaubens- und Wertegemeinschaft bezeichnen sich als Pastafari.

Quelle:  https://hpd.de/artikel/spaghettimonster-zieht-vors-bundesverfassungsgericht-14738

Wenn man sich seine eigene Religion gründet, kann man sich aus den Heiligen Schriften der Religionen heraus picken, was einem gerade ins Weltbild passt. Manche Richter an den Amtsgerichten machen es bei den Schriftsätzen der Parteien ja auch so und fahren nicht schlecht damit.

Ich schlage also vor, die Freikirche des Fliegenden Tomatenmonsters zu gründen.

Von den Pastafari wird der Termin zur wöchentlichen spirituellen Versammlung übernommen.
Freitag 10:00 Uhr ist perfekt. Zu diesem Zeitpunkt wird das Wochenende eingeläutet.
Die Tomatistanis treffen sich in ihrem spirituellen Zentrum, dem städtischen Gewächshaus an der Kesselstrasse, und feiern ihre Tomatenmesse.

Das Fliegende Tomatenmonster begrüsst jeden Tomatistani per Handschlag und mit den Worten :

Ich bin der Herr, dein Tomatenmonster !!
Du sollst keine anderen Tomatenmonster neben mir haben !!

Dann vollzieht sich das Mysterium der heiligen Wandlung, wo öffentliches Eigentum in privaten Besitz übergeht. Das Tomatenmonster holt den Eimer mit den städtischen Tomaten und stellt ihn vor die Tomatistanis hin und spricht die Heiligen Worte :

Nehmet hin und esset !  Dies sind meine Tomaten !

Dann holt er die Kiste mit dem Tomatensaft und spricht :

Nehmet hin und trinket !   Dies ist mein Tomatensaft !

Nach der Tomatenmesse werden die Räucherstäbchen angesteckt. Wer Glück hat, kann vom Altbürgermeister einen Cigarillo abstauben. Wenn alle frisch gestärkt sind, kann das Wochenende beginnen. Viele Tomatistanis nutzen die Tomatenmesse zu einem längeren Aufenthalt in ihrem Paradies, dem Gelände des städtischen Bauhofs. Dort kann man seinen Müll in die städtischen Abfallcontainer entsorgen oder sein Auto mit dem städtischen Dampfstrahler wochenendtauglich machen.

Wenn das spirituelle Oberhaupt die entsprechenden Gebete erhört hat und mit dem Schlüssel rausrückt, kann man auch sein Auto volltanken. Wozu sonst wurde eine eigene städtische Tankstelle gebaut, obwohl sich 30m weiter eine öffentliche Tankstelle befindet ?

Den Seinen gibt`s der Herr im Schlaf !

Pünktlich um 10:30 Uhr verabschiedet das Fliegende Tomatenmonster alle, die noch an ihn glauben, ins Wochenende mit den Worten :

Gehet hin in Frieden !
und haltet das Maul …

Die Tomatistanis antworten ihm mit den Heiligen Worten :

O Herr, lass es Freitag 10:00 Uhr werden !

Montag 7:30 Uhr wird es dann von allein …


https://aufklaerungsdienst.de/nudelmesse-mit-der-kirche-des-fliegenden-spaghettimonsters/

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.