Das Drecksaumassaker

21.07.2017

Das Drecksaumassaker

 

Moderne Kunst zu geniessen ist ein Unterfangen, dass man nur unter fachkundiger Anleitung in Angriff nehmen sollte. Allzu leicht kann es sonst zu Fehldeutungen und Missverständnissen kommen. Die ganze Arbeit des Künstlers wäre dann völlig zu Unrecht entwertet und seine ganze Mühe umsonst gewesen.

Moderne Kunst wird heutzutage ja nicht mehr nur mit dem Pinsel, dem Bildhauerklüpfel oder der Schreibmaschine gemacht. Dazu gehören auch Video-Clips, Internetseiten, Fotomontagen, Tanztheater, Musikkompositionen oder auch alles zusammen.

So ein moderner Künstler ist Korl Fuhrmann aus Bayern. Er hat sogar einen eigenen Eintrag bei wikipedia. Das hat nicht mal der berühmte Löffinger Advocat Behnke M.A. oder der noch berühmtere Löffinger Stararchitekt Rosenstiel.

Korl Fuhrmann ist der Herr mit den langen blonden Haaren. Er stellt alle vier Musikanten in dem video oben dar. Er hat sich viermal aufnehmen lassen und das ganze wurde dann mit moderner Videotechnik zusammengebastelt.
Wir wollen mal schauen, ob wir durch scharfes Beobachten und logisches Denken herausfinden, welche Botschaft der Künstler mit seinem Kunstwerk an die Menschheit richten möchte.

Als erstes fällt auf, das einer, der vier Instrumente spielen kann, eigentlich verbal mehr drauf haben müsste als dauernd „Arschloch“ und „Drecksau“ zu sagen (singen kann man es ja nicht nennen …).
Es könnte sich aber um einen absichtlichen Gegenentwurf zum üblichen Heile-Welt-Geschunkel und Herzilein-Gesülze bei den volksmusikalischen Fernsehsendungen handeln.

Als zweites fällt auf, dass er wohl ein massives Problem mit den Herren Huber, Batzner und Gschwendtner hat.
Er scheint der irrigen Annahme zu unterliegen, dass Anzeigen irgendwas ändern könnten. Aber Künstler sind halt Idealisten. Im Gegensatz zu ihnen wissen die Realisten, dass Justiz immer Gesinnungsjustiz im Sinne der Herrschenden ist. Sonst wäre dieses Land in einem anderen Zustand.

Die musikalische Darbietung des Künstlers wird immer wieder durch kurze Filmsequenzen unterbrochen, die offensichtlich eine Geschichte erzählen. Bei 2:50 min erhebt er sich wie aus der Versenkung, und die Vermutung liegt nahe, dass die Herren Huber, Batzner und Gschwendtner etwas damit zu tun haben könnten, dass er sich in dieser Versenkung befunden hat.

Es hat den Eindruck, dass der Künstler mit den Herren eine Sache klären möchte, die irgendwas mit dem Hof zu tun hat. Wenn es sein Hof wäre, bräuchte er ihnen nur zu kündigen, wenn es ihr Hof wäre, bekäme er sie sowieso nicht weg. Dass er zum Mittel der Anzeige greift, legt den Schluss nahe, dass es sich um Personen handelt, denen die Verwaltung des Hofes übertragen wurde, und durch deren Abwesenheit nach dem Davongejagtwordensein er sich wohl eine Verbesserung der Zustände auf dem Hof verspricht.

Er scheint sich mit dem Davonjagen der Drecksäue zufrieden zu geben, denn zu einem Drecksaumassaker kommt es ja gar nicht. Er scheint das ganze auch nicht allzu ernst zu nehmen, sonst würde er nicht in Frauenkleidern auftreten und sich am Hintern kratzen oder bei 3:28 min durch das Bild schweben oder am Ende auf einer Kinderschaukel sitzen.

Sehr interessant sind die Schafe bei 3:33 min. Ein Landwirt und natürlich auch ein Pfählemacher sieht anhand der Einzäunung sofort, dass es sich bei dieser Weide eigentlich um eine Pferdeweide handelt. Die Schafe sind also vom Künstler absichtlich für die Filmaufnahmen dort hin positioniert worden. Schafe symbolisieren immer eine dumme und feige Masse, die nur zuschaut. Das ist insofern tragisch, da es doch die Schafe wären, die von einem Hof ohne Arschlöcher und Drecksäue am meisten profitieren würden …

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Jetzt wird es eine Menge Freunde von moderner Kunst geben, die bei einem Kunstwerk wie dem von Korl Fuhrmann die Nase rümpfen, denn es riecht schon ziemlich streng nach Bierzelt und Abort.
Trotzdem müssen feinere Nasen und Herrschaften nicht auf den Genuss von moderner Kunst verzichten. Mit ihren und vor allem auch mit den Rundfunkgebühren der Bierzeltbesucher wurde für Bildungsbürger und Gutmenschen der Fernsehkanal ARTE eingerichtet.

Von einem unbekannten Künstler war dort ein einzigartiges Kunstwerk zu sehen :

Er hat eine Löffinger Gemeinderatssitzung als Tanztheater inszeniert.

Vielleicht ist es besser, dem Freund moderner Kunst schon im Vorfeld ein paar Hinweise zu geben, damit er von den Ereignissen nicht all zu sehr überrascht wird.
Der karge und nackte Raum der Bühne steht als Symbol für das völlige Fehlen von Ideen, Kreativität und Anstand und Moral bei dem stattfindenden Ereignis. Fast alle Akteure bewegen sich an Krücken fort, was ihre mentale Behinderung darstellt. Sie haben nicht Bretter vor dem Kopf, sondern sogar Metallrohre. Die Metallrohre vor dem Mund werden zum Absondern von ihren Sprechblasen benötigt.

Bei 0:22 min greift eine Gemeinderätin zum Mikrofon und gibt eine Stellungnahme zu ihrer Gesamtsituation ab.

Danach stellt der Stadtbaumeister den Kostenrahmen vor

Mit atemberaubender Genialität ist es dem Künstler gelungen, von 0:55 bis 0:59 min die übliche Mimik des Stadtbaumeisters darzustellen

In Ermangelung der Tauglichkeit des entsprechenden Körperteils hat es der Stadtbaumeister durch eine überdimensionierte Prothese aus Metall ersetzt, mit der er ab 1:00 min dem Kostenrahmen ordentlich zusetzt …

Ab 1:12 min betritt ein neuer Schauspieler die Bühne. Er kommt von Nordosten her, also aus Richtung Stuttgart.
Er trägt als einziger eine Kopfbedeckung, was ihn als Cappo ausweist. Er versucht im Konzert der Mafiosi mitzuspielen, aber von einer Pfeife kann halt nur Gepfeife kommen.

Ab 1:50 min wird die Zerrissenheit und Verzweiflung einer Gemeinderätin vorgeführt, die über ein Nahwärmeprojekt abstimmen muss, obwohl sie über Wärme und Heizung nur weiss, dass sie daheim den Griff der Heizung nach rechts drehen muss, damit es wärmer wird. Instinktiv scheint sie zu spüren, dass sie das Zünglein an der Waage sein könnte, das die ganze Stadt ruiniert.

Anschliessend beginnt der nichtöffentliche Teil der Gemeinderatssitzung.
Die Beleuchtung wird spürbar heruntergefahren.

Der Stadtbaumeister ist wie üblich mit einem städtischen Dienstfahrzeug unterwegs.

Ab 2:20 min kommt es zur Auseinandersetzuing zwischen zwei Gemeinderätinnen. Sie sind an einer langen schwarzen Leine festgemacht, womit der Künstler ausdrücken will, dass sie von ihrer schlechteren Hälfte gesteuert werden. Manche Mafiosi haben zwar gewisse wirtschaftliche Interessen, aber keine Chance, in den Gemeinderat gewählt zu werden. Ein solches Übel lässt sich durch eine Ehefrau und durch eine Frauenquote aus der Welt schaffen.

Es könnte darum gehen, von wem was für ein Fahrzeug für den städtischen Fuhrpark angeschafft wird oder ob etwas aus Holz oder aus Metall herkommt oder zig andere Sachen. Der Disput wird mit aller Verbissenheit geführt, denn beide Damen wissen genau :   wenn sie den Auftrag nicht reinholen, kriegen sie daheim Dresche von ihrem Alten …

Leider dauert das Video nur 3 Minuten. Der Rest ist wohl dem Kunstvernichtungsgesetz von Herrn Maas zum Opfer gefallen. Diese 3 Minuten sollte sich aber jeder Freund der Künste und der Kommunalpolitik reinziehen :

Nun könnte ein unbedarfter Leser zu der Auffassung gelangen, dass nur Arschlöcher und Drecksäue andere halbnackte Menschen in Unterwäsche bei ihrem Verrücktsein beobachten und dieses Verrücktsein dann auch noch als Kunst bezeichnen. Wer aber mal nachforscht, was die ganz grossen Tiere, die absolute Elite, die Creme de la Creme bei den ganz grossen Ereignissen an moderner Kunst konsumiert, wird aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Hier ist ein Ausschnitt aus dem Kunstprogramm zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels, der alle europäischen Staatschefs einschliesslich unserer Führerin beigewohnt haben :

Da sind mir die Musik und die Sauereien von Korl Fuhrmann lieber …


PS.:

Wer sich den Tag so richtig versauen möchte, sollte sich die gesamte Zeremonie zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels anschauen

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