Über Gutmenschen und Grillwürste

02.06.2016

Über Gutmenschen und Grillwürste

grill3Neulich kam ich bei einer Wanderung an einem Freizeitgrundstück vorbei. Dort gab es in einem kleinen Wäldchen eine Gartenhütte und einen Bach mit Teich.Hier konnte man den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Rauch stieg zwischen den Bäumen auf und der leckere Geruch von Grillwürsten zog in meine Nase. Draussen auf dem Parkplatz stand ein Auto mit „refugees welcome“ Aufkleber. Hier waren eindeutig gute Menschen am Grillen. Weil ich Hunger hatte , wollte ich zu dem Grill hingehen und mir eine Wurst holen. Aber da gab es ein Problem :  Das ganze Gelände war eingezäunt

grill4Da stand ich also vor dem Zaun und dachte bei mir :  das kann ja wohl nicht wahr sein, dass ich hier vor dem Zaun stehe und Kohldampf schiebe, nur weil sich ein paar ewig Gestrige durch einen Grenzzaun abschotten. Diese Leute hatten wohl noch nix davon gehört, dass nur ein Deutschland  ohne Grenzen eine Zukunft hat.

 

grill6Grenzen töten. Und sie verhindern die Lösung meines Hungerproblems.Deshalb hätte ich gern freien Zugang  zu den Würsten und ein Bleiberecht am Grill gehabt.
Aber da war der Zaun. Ich musste also drüber hinweg oder drunter durch. Drüber hinweg geht nicht weil er oben spitz ist und weil ich beschlossen habe, mir nicht mehr den Arsch aufzureissen … und drunter durch geht auch nicht, denn dazu müsste er aus flexiblem Draht sein.grenzzaunJetzt hab ich`s !!  Einen Eisenbahnwagon !!   Mit einem Eisenbahnwagon könnte es klappen …Allerdings … bis die Gleise hierher verlegt sind bin ich bestimmt schon lange verhungert …

Der Gutmensch am Grill macht überhaupt keine Anstalten, um angemessen auf die Situation zu reagieren. Er könnte doch jetzt seine Tochter schicken, um mir eine Grillwurst zu bringen.
Die Teddybären kann sie behalten. Mir geht es nur um die Wurst. Als Dankeschön würde ich ihr auch mal meine Wurst zeigen. Wenn sie das nicht so toll findet sag ich dem Richter einfach, dass sie mich durch ihre figurbetonte Kleidung provoziert hat. Ausserdem hätte sie ja den Abstand von einer Armlänge einhalten können …

Je länger ich den Gutmenschen beim Grillen zuschaue, um so mehr habe ich den Eindruck, dass es in diesem Garten die Frau ist, die den Hosenanzug anhat. Ich verstehe nicht, warum sie sich nicht vor ihr Völkchen hinstellt und sagt :  „Wenn der Mann draussem vor dem Zaun nicht sofort eine Wurst bekommt, dann ist das nicht mehr mein Garten“  oder  „wer seine Würste nicht mit dem Mann vor dem Zaun teilen möchte der kann jederzeit diesen Garten verlassen“

Mir kommt ein furchtbarer Verdacht. Vielleicht sind das gar keine Gutmenschen, sondern Rassisten. Sie sind alle blond und ich habe braune Haare und einen etwas dunkleren Teint, weil ich  30 Jahre bei jedem Wind und Wetter draussen war. Deshalb wollen sie mir keine Wurst geben, diese widerlichen Rassisten . Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Gutmenschen keine Rassisten sein können. Sie lassen sogar einen Zug anhalten und werfen Leute einer bestimmten Ethnie mit Fahrkarte aus dem Zug raus, damit Leute einer bestimmten Ethnie ohne Fahrkarte mit dem Zug weiterfahren können. Mehr Rassismus geht eigentlich nicht mehr …

Im Grundgesetz steht, dass (nur) politisch Verfolgte Asylrecht geniessen.  Ich habe in meiner Heimat den Diktator beleidigt und wurde daraufhin gerichtlich verfolgt. Ausserdem lag ein Haftbefehl gegen mich vor, weil ich 50 € Müllabfuhrgebühren nicht bezahlt habe, weil ich gar keine Müllabfuhr in Anspruch genommen habe. Meiner Inhaftierung konnte ich nur entgehen, indem ich mir 90 € abknöpfen liess. Ich werde also von einem Unrechtsstaat verfolgt und bin auch nicht über einen sicheren Drittstaat hierher gelangt. Wo bleibt meine Wurst … ?

grill2Warum wollen diese Leute nicht einsehen, dass sie schuld daran sind, dass ihre Vorfahren neben vielen anderen auch politisch Verfolgte in Konzentrationslager gesteckt haben ?
Genau deshalb haben sie jetzt die Bringschuld, mir eine Wurst an den Zaun zu bringen …

Blöd scheint er nicht zu sein, der Gutmensch am Grill. Offenbar hat er juristische Kenntnisse.
Er scheint zu wissen, dass in ganz Deutschland ausser in Löffingen das Gleichheitsprinzip und ein Willkürverbot gilt. Wenn er mir eine Wurst gibt dann muss er jedem der hier vorbeikommt eine Wurst geben und dazu hat er offenbar keine Lust, denn hier kommen eine Menge Leute vorbei und irgendwann hat selbst der beste Gutmensch die Schnauze voll.

Ein paar juristische Kenntnisse hab ich mittlerweile auch. Deshalb wäre es ziemlich dumm von mir, über den Zaun zu steigen und mir eine Wurst zu holen. Der Gutmensch könnte die Polizei rufen und ich müsste wegen Landfriedensbruch vor die Kadi.Ich habe nämlich mit  meiner Unterschrift unter den Personalausweis die in Deutschland geltenden Geschäftsbedingungen ( besser bekannt als Gesetze ) akzeptiert und die sehen eben Strafverfolgung bei Landfriedensbruch, Diebstahl, Beförderungserschleichung etc. vor.
Ein „Asylbewerber“, der noch nix unterschrieben hat, hat da deutlich bessere Karten.
Er wird als Mensch behandelt und nicht als Person. Für ihn gelten die internationalen Menschenrechte, die ihm angemessene Unterbringung und Verpflegung garantieren. Umsonst natürlich. Genauso umsonst wie Müllabfuhr und Zugfahren, denn  von Steuern oder Gebühren steht dort nix. Das ist der Grund, warum eine 87-jährige deutsche Oma wegen schwarzfahren im Gefängnis landet und ein „Asylbewerber“ nach 189 mal schwarzfahren immer noch auf freiem Fuss ist und sich beim schwarzfahren auch noch einen runter holt …

Für einen Deutschen in Deutschland ist sein Personalausweis sozusagen die Arschkarte, weshalb ihn auch jeder in seiner Gesäßtasche mit sich führt …

 

Es sieht so aus, dass ich weiter nur Zaungast bleibe. Der Gutmensch am Grill scheint nicht zu realisieren, auf welche Bereicherung er verzichtet, indem er mich ausgrenzt. Ich könnte ihm Blondinenwitze erzählen oder Goethe zitieren oder was auf der Geige vorspielen oder eine Gangbang – Party mit seiner Frau und Tochter anstossen, denn in  kulturellen Angelegenheiten bin ich ziemlich breit aufgestellt ….sozusagen ein Multikultureller wie aus dem Bilderbuch. Aber der Gutmensch ist wohl nicht bereit, diesen Umstand angemessen zu würdigen und mich an den Errungenschaften seiner Kultur teilhaben zu lassen, nicht einmal dann, wenn ihm dafür im Gegenzug die Bereicherungen durch meine Kultur zuteil werden. Er hat sich offensichtlich mit der Verarmung seiner Kultur abgefunden …

Der Gutmensch am Grill scheint generell ein Erkenntnisproblem zu haben. Er will nicht einsehen, dass er jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat und jetzt etwas von seinem Wohlstand abgeben muss. Durch seinen Egoismus gefährdet er die Zukunft von Deutschland und von ganz Europa.  Wenn er jetzt eine Grillwurst in mich investieren würde, hätte er schon morgen früh eine neue wunderbare Wurst auf dem Weg vor seinem Zaun liegen …

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Ein Rechtspopulist könnte jetzt behaupten, dass die Gutmenschen ihre Grillwürste bezahlt hätten und sie deshalb ganz alleine aufessen dürften. Wenn ich Würste essen wolle, müsse ich mir selber welche organisieren und für sie bezahlen. Aber die Gutmenschen haben auch jahrzehntelang in den Sozialversicherungstopf einbezahlt und aus dem essen jetzt auch Leute, die nie was einbezahlt haben. Ausserdem beschwert sich kein Gutmensch darüber, dass er bis 73 arbeiten soll, um denen die Stütze zu bezahlen, die man durch den Zaun gelassen hat, damit sie eines Tages den Gutmenschen ihre Rente bezahlen. Wer so bescheuert ist, der kann auch ruhig mal eine Grillwurst an den Zaun bringen …

Aber nix passiert. Ich bin entsetzt über diese Willkommenskultur. Nur ein Nazi würde sagen, dass man erst mal einen Antrag stellen muss, bevor man etwas bekommt. Aber das ist doch keine Willkommenskultur. Willkommenskultur bedeutet :   schön dass du da bist und hier ist deine Wurst !

Wenn ich wenigstens gesehen hätte, dass er versucht, aus seinem Liegestuhl hoch zu kommen um mir eine Wurst zu bringen, dann hätte ich ihm zugerufen :

Du schaffst das !!

Aber er hängt weiter da wie ein nasser Sack und weigert sich einzusehen, dass es alternativlos ist, jetzt mit einer Grillwurst rauszurücken. Natürlich hätte ich fragen können, ob ich eine Wurst bekomme. Aber da war die Sprachbarriere. Er ist Schwabe und ich bin Badener und er soll gefälligst einen Sprachkurs machen. Schliesslich ist er der Gutmensch und nicht ich …

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Ein weiterer schrecklicher Verdacht steigt in mir auf. Der Gutmensch diskriminiert mich in dem er mir keine Grillwurst gibt, weil ich zur ethnischen Minderheit der Badener gehöre. Leider hatte ich kein Handy dabei, sonst hätte ich die Antidiskriminierungsstelle des Bundes kontaktiert. Die hätten dem dreckigen Spätzlefresser schon gezeigt, wo der Barthel den Most holt. Das geht ja wohl gar nicht, dass jemand nur wegen seiner Herkunft und kulturellen Identität beleidigt und diskriminiert wird …
Der Badener gehört zu Schwaben so wie der Islam zu Deutschland gehört.

Weil ich meine Wanderungen immer zu Forschungszwecken und wegen Erkenntniszugewinn mache, habe ich mich trotzdem zu einem spontanen Feldversuch entschlossen und den Gutmenschen am Grill laut und deutlich in der international verständlichen Sprache Neudeutsch zugerufen :

Wo Wurst ?

Da sind sie alle zusammengezuckt und haben kurz zum Zaun geguckt aber gleich darauf so getan als wäre nix gewesen. Klar, sie haben sich auf ihrer Insel der Glückseligen verschanzt und wollen das Problem jetzt aussitzen. Sie bemerken gar nicht, dass sie mit ihrer Verweigerungshaltung ihr eigenes Zukunftspotential verspielen …

Mit der Zeit sind mir erhebliche Zweifel gekommen, ob es sich bei Grillern, die jemandem mit mindestens 10km Migrationshintergrund keine Grillwurst abgeben wollen, tatsächlich um Gutmenschen handelt. Vielleicht haben sie den refugees-welcome-Aufkleber nur am Auto, um der allgegenwärtigen Meinungsdiktatur zu entsprechen. Vielleicht sind es sogar Schlechtmenschen, die heimlich AFD wählen …

Da ist mir dann der Appetit endgültig vergangen und ich bin mit leerem Magen ohne Wurst heimwärts gelaufen. Wer nicht jedem mit Freude gibt, der soll seinen Scheissdreck behalten.
Unterwegs musste ich daran denken, dass tagtäglich 24.000 Menschen verhungern.

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Wie soll sich ihre Lage und die Lage ihrer Länder verbessern, wenn auch noch die Fachkräfte und die jungen Mäner weg sind ?  Hat man sie vielleicht deshalb abgeworben oder mit Bomben zur Flucht getrieben, um ihre Länder hinterher noch beser ausplündern zu können ?
Macht es Sinn, dass sich das Gutmenschentum an einer Million Menschen austobt, wenn dadurch eine  Miliarde andere Menschen noch tiefer im Elend versinken ?  Und an dem Abend bin ich auch mal hungrig ins Bett aus Solidarität mit all denen, die keine 20.000 € bezahlen können, um sich von Schlepperbanden nach Deutschland bringen zu lassen


Der Herr in dem video zeigt das Problem plastisch auf
( engl. mit dt. Untertitel )


ohne Kommentar …

Geschrieben am 2. Juni 2016, 22:52 von
1 Kommentar Kategorie: Allgemein

Ein Kommentar auf den Beitrag “Über Gutmenschen und Grillwürste

  1. ´´Warum Einwanderung nicht die globale Armut löst´´
    Das beste was ich jemals gesehen habe über die Einwanderung!! Super Artikel (Video) Besser hätte ich es nicht sagen können.
    Sehr gut recherchiert!!!

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