Löffinger Rohrpostnetz geht Mitte 2019 in Betrieb

02.01.2018

Löffinger Rohrpostnetz geht Mitte 2019 in Betrieb

© Bittenbach-Kurier

Von unserem Lokalreporter

LÖFFINGEN.  Kaum waren die letzten Kracher von Silvester verstummt, da traf der Löffinger Gemeinderat zu einer erneuten Dringlichkeitssitzung zusammen. Bürgermeister Tobias Link begrüsste die anwesenden Gemeinderäte und nannte als Grund für das grosse Eilbedürfnis die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Pensionierung oder die Verhaftung des Löffinger Stadtbaumeisters früher als eingeplant stattfinden könnte.

Deshalb sei es dringend geboten, das schon lange geplante Löffinger Rohrpost-Projekt noch rechtzeitig unter Dach unf Fach zu bringen. Der anwesende Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel werde im weiteren Verlauf das Rohrpost-Projekt erläutern. Link warnte davor,, sich den Anforderungen seiner Zukunft gegenüber zu verschliessen und apellierte an die Gemeinderäte, im anschliessenden geheimen und nichtöffentlichen Teil der Sitzung eine Abstimmung mit Augenmaß zu seinem Wohl zu treffen.

Stadtbaumeister Rosenstiel zeigte sich gerührt über den Umstand, dass etliche Gemeinderäte extra ihren Urlaub abgebrochen hätten, um an der Sitzung teilnehmen zu müssen. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, nach seinem langen und überaus erfolglosem Arbeitsleben sein letztes und wichtigstes Projekt in die Wege zu leiten. Man habe sich im Rathaus Gedanken darüber gemacht, wie der Transport von städtischen Tomaten sowohl für die Tomaten als auch die Endabnehmer sicherer gestaltet werden könnte und sich schlussendlich für ein Rohrpostsystem entschieden.

Er habe deshalb ohne Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum deren System weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Stadtverwaltung Löffingen angepasst. Es gehe darum, ein Transportgut mit Hilfe von Druckluft durch unterirdisch verlegte Rohre von A nach B zu befördern. Mit dieser Methode sei es nahezu ausgeschlossen, dass irgend jemand etwas von dem Transport bemerkt, auch und insbesonders nicht Polizei und Staatsanwaltschaft.

Rosenstiel präsentierte den Gemeinderäten eine sogenannte Rohrpostbüchse, die Platz für bis zu 5 Tomaten bietet. Dies entspreche exakt der empfohlenen Tagesration. Die Büchse werde im städischen Gewächshaus mit den dort angebauten städtischen Tomaten befüllt und dann in die im Gewächshaus installierte Absendestation eingelegt.

Anschliessend wird die Transportbüchse mit Unterdruck durch die unter den Löffinger Strassen verlegten Rohre in die entsprechenden Amtsstuben im Rathaus abgesaugt. In den dortigen Zielstationen können die Tomaten aus der Rohrpostbüchse entnommen werden. Der Transportvorgang dauert maximal 1 Minute, wodurch die absolute Frische des Transportgutes garantiert sei. Eine Überlagerung oder Schimmelbildung wie bisher könne dann nicht mehr stattfinden. Zudem bestehe die Möglichkeit, die Zielstationen auch in Privatwohnungen zu installieren.

Rosenstiel bedauerte nicht, dass die Löffinger Strassen zum Verlegen der Rohrpostrohre erneut aufgebaggert werden müssen. „Diese Kröte müssen ihr schlucken“, so der Stadtbaumeister. Es gelte, auch die Gesundheit der Bauwirtschaft im Auge zu behalten. Er kündigte an, die Asphaltplatten vom Strassenaufbruch diesmal auf der freien Fläche gegenüber dem Bahnhof zu lagern und zerhacken zu lassen, um die Belastungen durch Lärm, Feinstaub und PAK gerechter auf die Bevölkerung zu verteilen.

Bürgermeister Link wies darauf hin, dass die Bauarbeiten für das Rohrpostnetz spätestens im Juni 2019 abgeschlossen sein werden. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass es bis dahin nicht zu der ein oder anderen Verkehrsbehinderung kommen könnte. Man werde aber seitens des Stadtbauamtes bestrebt sein, für die Untertanen immer eine optimale Umleitung auszuschildern.

Link teilte dem Gemeinderat mit, dass man zur Realisierung des Löffinger Rohrpostnetzes den gemeinen nutzlosen eingetragenen Verein IGITT e.V. gegründet habe.
( InteressenGemeinschaft Interner TomatenTransport )

Dadurch würden sich die Zuschüsse des Landes von 2% auf 4% verdoppeln. An dieser Stelle verwahrte sich Link ausdrücklich gegen Unterstellungen aus dem Internet, in Löffingen würden mafiöse Zustände herrschen.
Löffingen sei nach wie vor eine freiheitliche und rechtsstaatliche Stadt. Keiner werde gezwungen, Mitglied im IGITT zu sein. Jeder Bürger habe die Möglichkeit, seine Tomaten im Supermarkt zu kaufen und sie ordnungsgemäß an der Kasse zu bezahlen.

Gemeinderat Honorarprofessor Bernd Max Behnke M.A. erklärte, dass es sich rechtlich gesehen bei einer Zielstation eines Rohrpostnetzes um ein Empfangsgerät handle, für das unabhängig von seinem Vorhandensein oder eines Empfangs von Tomaten eine Haushaltsabgabe eingetrieben und notfalls zwangsvollstreckt werden könne. Er zeigte sich bereit, gegen eine entsprechende Vergütung die juristische Basis für eine solche Einnahmequelle zu legen.

Stadtkämmer Klausmann sagte, die 15 Millionen € Baukosten für das Rohrpostnetz seien über Darlehen finanzierbar und liessen sich problemlos in den städtischen Haushalt integrieren. Ob die Gesamtschulden der Stadt 20 oder 35 Millionen betragen, spiele auch keine Rolle mehr. Allerdings ermahnte er die Gemeinderäte, sich rechtzeitig eine Immobilie im Ausland zu zulegen, bevor sich noch mehr Bürger Gedanken über den Zusammenhang von Schuld und Schulden machen und Kenntnis über die entsprechenden Paragrafen der Gemeindeordnung erlangen.

Alt-Bürgermeister Norbert Brugger bot jedem Gemeinderat die Vermittlung eines super-günstigen Kredits für eine Auslandsimmobilie an. Er wolle dafür keine Tomaten haben, würde sich aber über einen fremdfinanzierten positiv gehaltenen Zeitungsartikel über seine Amtszeit sowie über ein städtisches Feuerwerk an jedem seiner zukünftigen Geburtstage ausserordentlich freuen.

Stadtrat Bächle regte an, zusammen mit den Rohren für das Rohrpostnetz auch schon die Rohre für das staädtische Tomastensaft-Projekt zu verlegen. Er gehe davon aus, dass sich die Anbaufläche für städtische Tomaten durch weitere erfolgreich betriebene Räumungsklagen noch vergrössern werde, und man wäre auf der sicheren Seite, wenn die nötige Infrastruktur bereits vorhanden ist, falls eines Tages neue Absatzmärkte erschlossen werden müssten.

Stadtbaumeister Rosenstiel entgegnete, aus seiner Sicht mache die Verlegung von Tomatensaftrohren nur Sinn, wenn dazu Strassen aufgebaggert werden müssten. Man werde aber in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf Bächle`s Vorschlag zurück kommen.

Zum Abschluss wies Bürgermeister Tobias Link noch auf die zahlreichen Synergie-Effekte hin, die ein Rohrpostnetz mit sich bringt. Sobald alle Löffinger Haushalte zwangsangeschlossen sind, könnten das Mitteilungsblatt und die städtischen Gebühren- und Mahnbescheide über Rohrpostbüchsen zugestellt werden. Dadurch wäre die Portokasse überflüssig und es könnten mit der Portokasse Schulden getilgt werden.

Zur Einstufung der Stadt Löffingen als finanzschwach sagte Link, dass ihm diese Einstufung keine Sorge bereite, weshalb es auch für die Bevölkerung keinen Grund zur Besorgnis gebe. Kritisch werde es erst, wenn das Land eine Stadtverwaltung als geistesschwach einstufe, aber davon sei man noch genug weit entfernt.

Link erinnerte an das bekannte Zitat, dass der Kapitalismus die Schwachen ausbeute und der Kommunismus die Starken. Er sei zwar wegen seiner CDU-Mitgliedschaft zum Bürgermeister von Löffingen gewählt worden, habe aber kein Problem damit, im Ernstfall Kommunist zu sein und sich seine Projekte und Ausgaben von finanzstarken Gemeinden mitfinanzieren zu lassen.

Stadtbaumeister Rosenstiel drängte wegen der fortgeschrittenen Zeit zur Abstimmung über das Rohrpostnetz und wollte zusätzlich eine Abstimmung über seine sofortige Ernennung zum Ehrenbürger, worauf der Gemeinderat allerdings ziemlich gereizt und fast schon erbost reagierte. Alles könne man auch nicht mit dem Löffinger Gemeinderat machen, war da zu hören. Man werde über die Ernennung Rosenstiel`s zum Ehrenbürger erst abstimmen, wenn man Tomaten über das Rohrpostnetz erhalten und diese eingehend begutachtet habe.

Bürgermeister Tobias Link bat die Gemeinderäte vor der Abstimmung eindringlich, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zu zeigen. Keine Tomate sei illegal, und jeder habe das Recht, seine täglichen Tomaten ohne Angst vor Entdeckung und Strafe zu sich zu nehmen.

In der darauffolgenden geheimen und nichtöffentlichen Abstimmung stimmte der Löffinger Gemeinderat einstimmig und ohne Gegenstimme für die Errichtung eines städtischen Rohrpostnetzes.
Betriebsbeginn ist am 01 Juli 2019.

Ausserdem wurde Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel auf Lebenszeit zum Generaldirektor des IGITT ernannt.
Schriftführer ist Tobias Link, Kassenwart Norbert Brugger. Rechtsbeistand ist Prof.Bernd Max Behnke L.M.A.A.

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