Ein Tag im Leben eines Pädophilenverteidigers

25.08.2016

Ein Tag im Leben eines Pädophilenverteidigers

gericht1

 

6:00 Uhr

Der Wecker klingelt beim Herrn Fachanwalt für Sexualstrafrecht. Gleich zu Beginn des  Tages wartet die schwierigste Aufgabe auf ihn :  der Blick in den Badezimmerspiegel …
Aber man muss ihn ja auch nicht jeden Tag riskieren, denn es pressiert sowieso. Heute hat er zwei Gerichtsverhandlungen zu bestreiten, also schnell was gefrühstückt und ab geht`s im dicken Daimler zum Gericht.

10:00 Uhr

Der Richter eröffnet die Verhandlung. Es ist ein Strafprozess wegen der Vergewaltigung eines kleinen Mädchens. Der Herr Staatsanwalt hatte bereits an anderer Stelle klipp und klar gesagt, dass auch Pädophile ein Recht auf Verteidigung haben, weshalb man diejenigen, die dieser ehrenvollen Aufgabe nachgehen auch nicht beleidigen dürfe. Jetzt könnte jemand denken, wer manns genug ist, ein kleines Mädchen zu vergewaltigen, sollte auch manns genug sein, einem Richter seine Lügengeschichten ohne Beistand aufzutischen. Das Opfer hatte während der Tat ja auch keinen Beistand. Aber so geht Rechtsstaat und der Herr Advocat lebt eben auch nicht nur von Licht und Liebe allein …

Interessanterweise ist ein Sexualstraftäter der einzige Verbrecher, der seine Tatwaffe nach der Tat behalten darf ( was ja nicht immer so war ). Eigentlich wäre dies genug Zivilisation für einen, der nicht bereit ist, sich an die elementarsten Regeln der Zivilisation zu halten. Aber zum Glück gibt es gute Menschen, die so gut sind, dass sie sogar im schlechten Menschen nur das Gute sehen. Es sind die Leuchttürme im Meer des Hasses und des Egoismus, weshalb ihr Stundensatz schon mal 1000 € und mehr betragen kann.

Wer sich nicht mit seiner Arbeit identifiziert, kann keine gute Arbeit leisten. Ein Schreiner, der sich nicht zum Holz hingezogen fühlt, wird keinen beruflichen Erfolg haben. Dieses Problem kennt unser Pädophilenverteidiger nicht, denn er ist einer der besten der Welt. Leider ist dies mit sehr unappetitlichen Umständen verbunden. Auf seinem Rechner sind Bilder gespeichert, für die der normale Mensch jahrelang in den Knast wandern würde. Aber an solche Bilder kommt der normale Mensch gar nicht dran. Bei einem anderen Verfahren haben die Gutachter anhand der Bilder versucht herauszufinden, ob der Täter das Opfer sozusagen totgefickt hat oder es erst nach der Tat totgeschlagen hat. Niemand kann gezwungen werden, einen Sexualstraftäter gerichtlich zu verteidigen und sich solche Bilder anzusehen, so wie niemand gezwungen werden kann, Schreiner zu werden. Wer Fachanwalt für Sexualstrafrecht sein will, muss solche Bilder ansehen und wer solche Bilder ansehen will muss Fachanwalt für Sexualstrafrecht werden …

Also beginnt der Advocat mit seiner Arbeit und dreht den Spiess erst einmal rum. Sein Mandant ist das Opfer. Er ist das Opfer seiner schlimmen Kindheit. Dass jetzt noch jemand eine schlimme Kindheit hat spielt für ihn keine Rolle. Ja, sein Mandant hat möglicherweise einen Fehler gemacht, aber deshalb dürfe man ihm jetzt nicht Steine in den Weg zurück zu einem anständigen Leben legen. Vor allem dürfe jetzt keine Menschenjagd stattfinden. Man müsse doch auch die Umstände bedenken. War das nicht ein extrem kurzes Röckchen für ein kleines Mädchen ? Wie konnten die Eltern zulassen, dass es so aus dem Haus ging ? Haben sie damit nicht in grob fahrlässiger Weise ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt ?
Wie konnte es passieren, das die Kleine wegen einer Tüte Gummibärchen seinem Mandanten in die Wohnung folgte ?  Hätte nicht seitens der Eltern bessere Aufklärungsarbeit geleistet werden müssen ?  etc.

Die Eltern sitzen auf den Zuschauerrängen und während die Mutter anfängt zu weinen ballt sich dem Vater die Faust in der Tasche. Wenn ihm in dem Moment präsent wäre, dass er mit seinen Steuern nicht nur den Gefängnisaufenthalt und die Therapie des Täters, sondern wahrscheinlich auch noch die Rechnung des Pädophilenverteidigers bezahlt, würde sie wohl nicht in der Tasche bleiben. Der Herr Advocat merkt, dass die Stimmung kippt und lässt die Verhandlung vertagen. Erstens hat er Hunger und zweitens hat er heute noch eine andere Verhandlung.

opfer

14:00 Uhr

Der Herr Advocat sitzt in einem Bistro und zieht sich ein paar Happen rein. Klar ist das Scheisse für die Kleine, denkt er bei sich. Aber das ist nicht seine Baustelle. Dafür sind die Herren Psychologen und Psychiater zuständig. Die wollen schliesslich auch leben. Wenn die Kleine ihr ganzes Leben lang zweimal wöchentlich zur Therapie muss kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Ein Sexualdelikt ist eben genau so wie ein Verkehrsunfall ökonomisch gesehen ein positives Ereignis. Es werden Umsätze erzeugt, die das Bruttosozialprodukt steigern, bei Chirurgen und KFZ-Werkstätten oder eben bei Psychologen und Therapeuten. Und bei Fachanwälten für Sexualstrafrecht …
Jetzt hat ihm die Frau Staatsratsvorsitzende auch noch ein Konjunkturprogramm beschert …
Er wird bei anderen Sachen kürzer treten müssen, um noch alles bewältigen zu können.

16:00 Uhr

Die nächste Gerichtsverhandlung. Es ist ein Zivilprozess. Räumungsklage. Da kann nix anbrennen.
Der Beklagte hat vergessen, die mündlich besprochenen Änderungen schriftlich im Pachtvertrag fixieren zu lassen und der Bürgermeister hat die mündlich besprochenen Änderungen vergessen. Nein, das ganze hat sich nicht in Alzheim zugetragen …
Aber er kennt den Beklagten. Ein Verrückter, der den ganzen Tag im Wald rumgurkt weil er sein Einkommen mit anständiger Arbeit bestreiten will. Man ist sich ab und zu im Wald begegnet und hat ein Schwätzchen gehalten. Der Herr Advocat hat sogar mal Säcke mit Anfeuerholz von ihm gekauft und auch noch kostenlos in seine Garage getragen bekommen. Wie gesagt, ein Verrückter …

Also beginnt der Herr Advocat mit seiner Arbeit und dreht den Spiess erst einmal rum. Das heisst, er hat mit seiner Arbeit schon zwei Jahre vorher begonnen. Zwei Jahre lang hat er den Beklagten mit seinen Schriftsätzen traktiert, von denen jeder einzelne voll mit Unterstellungen, Lügen und Drohungen war. So geht es auch bei der Gerichtsverhandlung weiter.

Ein  Beobachter würde sich wundern, was aus dem guten Menschen vom vormittag geworden ist und warum er eine Menschenjagd veranstaltet, um einem anderen Steine in den Weg zu legen.
Aber es sind keine Beobachter da, weshalb der Beklagte eine Internetseite einrichtet, um die Unterstellungen und Lügen richtig zu stellen. Auf einmal ist die Seite gehackt, aber er baut sie wieder auf und fängt an, seine Beleidiger zu beleidigen … aber das ist eine andere Baustelle

20:00 Uhr

Feierabend. Der Pädophilenverteidiger ist wieder zu Hause. Er hat heute abend noch ein Stelldichein.
Auch Pädophilenverteidiger haben ein wie auch immer geartetes Sexualleben. Dazu werden die Gebrauchtfrauenbörsen in den umliegenden Dörfern abgeklappert, was nicht immer zu erfreulichen Ergebnissen führt … behnke2

24:00 Uhr

Der Pädophilenverteidiger liegt zu Hause in seinem Bett. Ob allein oder nicht spielt keine Rolle. Auch Pädophilenverteidiger haben ein Recht auf Intimsphäre. Vielleicht lässt er den Tag noch mal revue passieren und denkt an seine Klienten, die nicht willens oder imstande sind, sich mit einem Gegenüber auf Augenhöhe abzugeben, sondern ihr Ziel wegen der Unbedarftheit anderer erreichen. Das haben sie mit den Juristen gemeinsam. Mit der Gewissheit, immer einen Paragraphen in der Hinterhand zu haben, löscht er das Licht, denn in 6 Stunden beginnt ein weiterer Tag im Leben eines Pädophilenverteidigers …

Geschrieben am 25. August 2016, 19:12 von
2 Kommentar Kategorie: Allgemein

2 Kommentare auf “Ein Tag im Leben eines Pädophilenverteidigers

  1. na nu,
    weshalb und seit wann ist denn dieser link der Öffentlichkeit nicht mehr präsentabell. es ließ sich bei weitem angenehmer lesen als das derzeit sagenumworbene bruggerische stauffermedaliengedönse .
    was war denn da mit Kreisrat ,Kreisräten und ritterchen und dem zu Tode gequälten jungen mit nicht staufferischen namen alessio ! alles schon wieder vergessen, kaum zu fassen diese Geschmacklosigkeit! geschmacklos gerade deshalb, weil jeder genau weiß, wer dafür verantwortlich war!
    um der Widerwärtigkeit und Abartigkeit menschlicher Charaktere noch eins draufzusetzen, bedepperd sich ein mit Freude begossen , umentwöhnter ex-Stadt und kreistagsheld freudestrahlend blickend und passend umgebend zweier schweinewappen durch ein dreckiges fenster blickend in den Lokalteilen hiesiger Zeitungen.also abartiger geht’s nimmer!
    abartig sind auch solche Zeitungen, die solchen Stuss ausdrückt.
    was will,was kann man erwarten:
    zentimeter ,wunderle und bächle Agnostik.
    die Herrn und Damen täten sich selbst und der Allgemeinheit nur gutes ,wenn sie nichts täten.so wie sie nichts vom benzgelände und der akutverseuchung desselben berichten.
    wer hats erfunden?
    rosenstiel????

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