Der Termin auf der Treppe

08.09.2017

Der Termin auf der Treppe

Eigentlich war alles klar wie Kloßbrühe :

Am Mittwoch, den 06.09.2017 um 14:00 Uhr ist eine weitere mündliche Verhandlung im Amtsgericht Neustadt wegen der „Forderung“ der Stadt Löffingen. Ich wusste, dass ein anderer Richter die Vertretung für Frau Amtsrichterin Raschke übernommen hat, weil sie sich im Mutterschutz befindet.
Ein „Löffingen-macht-platt“ – Leser hat mir den link zu diesem Zeitungsartikel geschickt. (nochmals vielen Dank auf diesem Weg !)

Ich setzte mich also ins Auto und kam pünktlich um 14:00 Uhr im Amtsgericht an. Es waren aber nur Zuschauer da.
Kein Behnke, kein Link, keine 15 Gemeinderäte wie beim letzten Mal.  Was war los ?

Oben auf der Treppe zum 2.Obergeschoss, wo sich das Richterbüro befindet, standen zwei Herren. Ein Zuschauer hatte bereits den Richter herausbeordert um ihn zu fragen, warum keine Verhandlung stattfindet. Als ich rein kam, zeigte der Zuschauer auf mich und sagte :  das ist er.

Ich sagte zum Richter, dass ich eine Ladung auf 14:00 Uhr habe und zeigte sie vor. Der Richter sagte, er habe den Termin abgesagt, weil er sich noch nicht in den Fall habe einarbeiten können. Er habe die entsprechende Abladung am Montag an die Post übergeben. Ich sagte, dass ich keine Abladung erhalten habe, sonst wäre ich ja auch nicht gekommen. Es folgte eine kurze Erörterung über Postlaufzeiten und das Geschäftsgebahren der Post.

Ich finde, am Montag einen Brief aufzugeben, der einen Termin am Mittwoch absagt, dass ist … sagen wir mal … ziemlich ambitioniert …
Aber es war halt so wie es war. Nach einer ausgiebigen Diskussion mit den Zuschauern bin ich wieder heim gefahren und habe gleich im Briefkasten nachgeschaut Es war nix drin. Die Abladung ist erst am Donnerstag gekommen.
Die Stadt Löffingen scheint eine direktere Verbindung zum Amtsgericht zu haben …

Interessant ist, dass kein neuer Termin festgesetzt wurde.
Noch interessanter ist, dass ich ein paar Tage vorher bereits Post vom Amtsgericht erhalten habe :

Offenbar hat sich der Vertretungsrichter doch schon so weit in den Fall eingearbeitet, dass er Bedenken an der Restitutionsklage hat …

Für mich stellt sich die Situation wie folgt dar :
Die Amtsrichterin, die den Fall seit einem Jahr bearbeitet, hat einen Termin zur mündlichen Verhandlung festgesetzt und ein eigenes gesondertes Verfahren einer Restitutionsklage angelegt.
Ihr Vertreter für dreieinhalb Monate stellt zwei Wochen nach seinem Dienstantritt beides in Frage.
Das ist … sagen wir mal … ziemlich ambitioniert …

Ich bin Verschwörungstheoretiker ( genauer gesagt : Verschwörungsbeobachter ) und glaube deshalb, dass die wirklich total interessanten Sachen immer dort stattfinden, wo man es nicht mit bekommt, es sei denn, man hat die Möglichkeit, Telefonate mitzuhören oder Wanzen in Büros und Kanzleien zu installieren …

Der schlechteste Honorarprofessor der Welt wird schon alle Hebel in Gang setzen, um noch zu retten, was zu retten ist. Einem Dozenten ist nix sympathischer als ein anderer Dozent, wobei man natürlich fairerweise dazu sagen muss, dass Herr Dr. Stegmiller promoviert und eine Doktorarbeit geschrieben hat, während Behnke … nun ja …
Sollte Behnke sich auf Augenhöhe mit Dr. Stegmiller sehen, dann wäre das … sagen wir mal … ziemlich ambitioniert …

Man wird sehen, wie es weiter geht. Mich kratzt das alles wenig. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, müssten sich die vier Musketiere aus dem Löffinger Rathaus, die los gezogen sind, um 1.500 € zu erhalten und rechtswidrige Zustände zu beenden, am Ende der Geschichte im Gefängnis wiederfinden. Dort könnten sie dann Frau Merkel Gesellschaft leisten. Aber daran, dass Frau Merkel weiter macht, als wäre nix gewesen, kann man wunderbar erkennen, dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugehen muss …

Die Sache wird so oder so ans Landgericht gehen. Wenn das kleine Hosenscheisserle gewinnt, werden die vier Musketiere Berufung einlegen, denn so eine Demütigung können sie nicht hinnehmen, und das kleine Hosenscheisserle wird wissen wollen, wie es weiter geht, denn es ist Forscher und Wissenschaftler aus Leidenschaft.
Alle stecken sie drin in einer Nummer, aus der sie nicht mehr rauskommen …

Egal, wie es am Ende ausgeht:  das kleine Hosenscheisserle wird in den Spiegel gucken und feststellen, dass es sich nicht alles hat gefallen lassen und gegen den Mief aus dem Löffinger Rathaus ganz gewaltig angestunken hat.

Das war … sagen wir mal … ziemlich ambitioniert …


PS.:

Ein Vorverfahren sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Es führt entweder zu einer Anklage oder zur Einstellung des Verfahrens

http://heinrich.rewi.hu-berlin.de/doc/strpr/02_vorverfahren.pdf

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