Der Streitwert des Lebens

31.03.2019

Der Streitwert des Lebens

Immer wenn ich einen Schriftsatz des rechtspopulistischen Honorarprofessor Bernd Max Behnke M.A. gelesen haben, muss ich für einen halben Tag ins Thermalbad gehen und hinterher zwei Stunden Geige spielen, um mich wieder vollständig gereinigt zu fühlen. Aber es lässt sich nicht bestreiten, dass der Herr Sonnenwinkeladvocat jederzeit in der Lage ist, Urteile zu erwirken, die der Logik und Moral sowie dem Rechtsempfinden intakter Menschen diametral entgegen stehen.

Es hat schon Stil und Klasse, wie er die Jungrichter auf Probe darauf hinweist, dass sie Termine bei ihm anfragen können. Vielleicht liegt sein Erfolg ja in seiner speziellen Ausdrucksweise – die Gottkanzlerin würde es „Duktus“ nennen – und es braucht nur eine bestimmte Mischung aus Arroganz, Drohung und Pass-mal-auf-ich-erklär-dir-jetzt-mal-was, damit sich die Waagschale der Justitia und das Recht auf die gewünschte Seite beugt.

Weil es mir tierisch auf den Sack geht, dass die Ehrenmenschen der Stadt Löffingen seit Jahrzehnten quecksilberbelastetes Wasser in die Wutach entsorgen, habe ich mich neulich mal hingesetzt und etwas im korrekten Duktus für das Amtsgericht Neustadt zusammengebastelt :

Anlage 1

Anlage 2

Anlage 3

 

Daraufhin habe ich dieses Schreiben vom Amtsgericht erhalten :

Mittlerweile unterschreibt nicht mal mehr die Urkundsbeamtin, die sowieso nur eine Justizhauptsekretärin ist, aber in Zeiten wo es Honorarprofessoren gibt ist es ohnehin völlig belanglos, wer was ist und wie er sich nennt …

Diesmal bin ich sogar an den Direktor des Amtsgerichts geraten, und gleich zu Beginn hat er dem Antragsteller – also mir – die Aufgabe gegeben, die Höhe des Streitwerts zu benennen. Spontan wollte ich zurück schreiben, dass der Streitwert 100.000.000 € beträgt, denn das scheint mir eine intakte und quecksilberfreie Wutachschlucht wert zu sein.

Weil man mit seinen Aufgaben wächst, ist mir im letzten Moment noch eingefallen, dass ich bei einem Streitwert von 100.000.000 € eine Gerichtskostenvorauszahlung von 15.000.000 € zu zahlen hätte, und so üppig bin ich finanziell nicht ausgestattet. Eine Alternative wäre gewesen, den Streitwert auf 100 € festsetzen zu lassen, aber dann wäre zum einen zu befürchten gewesen, dass sie beim Gericht für 15 € keinen Finger krumm machen und zum anderen, dass die Stadt Löffingen eine (in dem Fall berechtigte) Strafanzeige wegen Beleidigung der Wutachschlucht abdrückt.

Was also tun ?

Wie benennt man einen Streitwert ? Wie so oft spaltet sich eine einzelne Frage ruckzuck in eine ganze Reihe von Fragen auf :

Wie hoch war wohl der Streitwert im Verfahren des Fahrverbots bei Überschreitung des Grenzwerts an Feinstaub ?

Wie hoch ist der Streitwert eines vorzeitig Toten ?

Wer hat die Kostenvorauszahlung des Streitwerts von 44.900 vorzeitigen Toten pro Jahr bezahlt ?

Wann ist einer vorzeitig tot ? Wenn er eine Woche, ein Jahr oder ein Jahrzehnt früher stirbt als berechnet ?

Wenn sich herausstellt, dass nur halb so viele wie berechnet vorzeitig gestorben sind, kann dann der Feinstaubgrenzwert verdoppelt werden ?

Wenn nur die Hälfte vorzeitig gestorben ist, muss dann die überlebende Hälfte Schadensersatz an die vom Fahrverbot Betroffenen leisten ?

Sind Tote wegen Feinstaub toter als Tote wegen Quecksilber ?

Wie hoch ist der Streitwert von 44.900 vorzeitig toten Fischen ?

Wenn der Grenzwert wie im Löffinger Benz-Gelände um das 160-fache überschritten ist, muss dann auch der Streitwert auf das 160-fache angehoben werden ?

Solche Fragen haben mich eine Weile beschäftigt, bis sich dann der dicke Herr von der Korntaler Kinderfickersekte zu Wort gemeldet hat :

Immerhin hat Link ein weiteres Mal schlüssig dargelegt, dass er für das Amt eines Bürgermeisters ungeeignet ist.
Seine Strategie ist immer die gleiche : Leugnen und Androhung von finanziellem Verlust.

Die Botschaft zwischen den Zeilen bei Schreiben von Staat und Stadt lautet immer :

Stell keine blöden Fragen und lass uns in Ruhe, dann musst du auch nix bezahlen !

Forschung entsteht durch Versuch und Irrtum. Ich habe meinen Antrag am Ende der gesetzten Frist wieder zurückgenommen, weil nun mal das Verwaltungsgericht zuständig ist. Damit war die Sache natürlich nicht erledigt :

Damit ist es jetzt durch beglaubigte Abschrift mit Landessiegel offiziell bestätigt :

Der Steitwert des Lebens in der Wutach beträgt 3.000 €

Das Wichtigste an einem Gerichtsverfahren ist mir auch schon präsentiert worden :

Erstaunlicherweise betragen die Kosten nur 3,6 % des Streitwerts statt wie sonst 15 %, aber 3,6 % von und für nix ist immernoch ziemlich viel …

Da werden sich Link und der Ex-Meisterbürgerbetrüger gefreut haben, dass ihr Ex-Lieblingsbürger ein weiteres Mal löhnen muss und sie ein weiteres Mal ungeschoren davon gekommen sind.

Der Ex-Stadtbaumeisterbankrotteur kann das nicht von sich behaupten :

Forschung im trüben Wasser von Justiz und Kommunalverwaltung kostet Geld und noch mehr Zeit. Ich muss ja das Geld erst mal erwirtschaften, durch dessen Entzug sie mich bestrafen wollen. Jetzt heisst es also alles nochmal aufzusetzen und es ans Verwaltungsgericht zu schicken. Dafür und für diesen Beitrag habe ich einen schönen und warmen Frühlingssonntag geopfert.

Die 108 € habe ich aber sofort und gerne bezahlt. Es ist für mich einfach eine Frage der Wertschätzung, des Zurückgebens und der Dankbarkeit. Als ich noch in Löffingen wohnte, habe ich mich nämlich durch Aufenthalte in der Wutachschlucht vom Irrsinn eines Behnke M.A. und der Stadt Löffingen gereinigt. Oft habe ich auch meinen Freund, den Baum am Müllerweg in der Lothenbachklamm besucht. 108 € Eintritt für die Termine bei ihm wären ein extrem günstiger Preis gewesen

Er findet selbst an einer steilen nackten Felswand halt und trotz der denkbar schlechtesten Bedingungen ist es ihm gelungen, den Felsvorsprung zu überwinden und nach oben zu wachsen. Bei ihm muss man kein Lehrgeld bezahlen und seine Botschaft lautet : Gib nicht auf, denn die Bedingungen können und werden sich ändern. Du musst einfach nur zum Licht streben. Das ist der wahre Sinn und Wert des Lebens, der des Streitens wert ist.

Obwohl die Stadt Löffingen nicht schlecht vom Tourismus in die Schlucht profitiert, versucht sie weiter krampfhaft, alles im Dunkeln und unter dem Teppich zu halten. Auf der einen Seite bezeichnet sie sich in der Tourismuswerbung als „Tor zur Wutachschlucht“, auf der anderen Seite unternimmt sie nix gegen die Einleitung von Quecksilber. Mit jedem Tag, an dem dieser untragbare Zustand anhält, wird ihre absolute moralische Verkommenheit nur noch deutlicher. Noch weiss kaum einer der vielen Besucher, was da so alles den Bach runter geht, aber das könnte sich bald ändern …

Es lässt sich vieles hinein interpretieren in die Felsnase am Müllerweg, die den Weg zum Licht nicht auf Dauer versperren konnte : Hitler, Honnecker, Merkel, Brugger, Link …

Heute, selbst nach 75 Jahren, werden völlig zu recht selbst die allerkleinsten Verbrecher aus der Nazi-Zeit noch zur Rechenschaft gezogen, obwohl sie damals an die Wand gestellt und erschossen worden wären, wenn sie ihre Verbrechen unterlassen hätten.

Niemand hindert heute die Stadt Löffingen daran, die Einleitung von Quecksilber sofort zu unterlassen. Da denken sie aber im Traum nicht dran. Jetzt entsorgen sie auch noch die Abwässer aus ihrem Wertstoffhof ungeklärt über die Wutach. Aber die gesellschaftspolitischen und damit die juristischen Bedingungen werden sich früher oder später ändern, weil nix auf der Welt von Dauer ist, und dann wird die Zeit kommen, wo die Verbrecher aus dem Löffinger Rathaus ihre Rechnung präsentiert bekommen …

 

Ein Gedanke zu „Der Streitwert des Lebens“

  1. Ja das ist doch mal der ´´Hammer´´, Quecksilber in der Wutachschlucht.
    Viele Wanderer, Hunde und die ganze Tierwelt trinkt von dem Wasser!!
    Könnte man denn nicht eine Wasserprobe zum Veterinäramt geben die dies dann untersuchen….. schon wäre deine Behauptung hieb und stich fest!
    Danach gründest du die Initiative: Saubere Wutach…. ich bin mir sicher du hast dann zig…. Mitstreiter. Jeder gibt 5€ und der Prozess kann beginnen.

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