An Tagen wie diesem

10.05.2018

An Tagen wie diesem

An Tagen wie diesem 7.Mai 2018 schreitet jeder, der ein ehrbares Gewerbe betreibt, mit besonderem Elan zur Tat, weil es sich unter einem strahlend blauen Himmel und einer goldenen Sonne viel angenehmer schafft als bei trübem Wetter oder in einem Verhandlungssaal mit Kunstlicht.

Wer über die Umstände gebieten kann oder sich nicht von den Umständen gebieten lässt, wird es an Tagen wie diesem vorziehen, Orte zu seiner Entspannung und Erbauung aufzusuchen, doch es kann leider auch passieren, dass ausgerechnet an Tagen wie diesem ein Gerichtstermin angesetzt ist, wenn Leute mit 21.000.000 € Schulden Klage erheben, weil ein anderer ihnen angeblich 2.000 € schuldet.

Also setzte ich mich ins Auto und fuhr mit besonderem Elan nach Neustadt, denn ich würde endlich den mittlerweile dritten Richter kennenlernen, der sich mit dieser nicht uninteressanten Angelegenheit auseinanderzusetzen hat. Im Gerichtssaal angekommen wurde ich mit einer weiteren Nettigkeit des Honorarrechtsprofessors Bernd Max Behnke M.A. konfrontiert. Behnke liess sich diesmal nicht durch anderthalb Tonnen Löffinger Gemeinderat beschützen, sondern durch einen Gerichtsdiener, der ihm wohl auf seinen Antrag hin beigestellt wurde.

Zufällig handelte es sich dabei um meinen ehemaligen Teamkollegen Klaus vom Volleyballverein Neustadt. Klaus hatte eine Pistole umgeschnallt und es war ihm sichtlich unangenehm, bei diesem Kasperletheather die Rolle des Polizisten spielen zu müssen.

Auf der anderen Seite muss man auch zugeben, dass das erhöhte Sicherheitsbedürfnis des Prof.Bernd Max Behnke M.A. durchaus verständlich ist. Manchmal erzählen mir Leute, was sie machen würden, wenn sie einen in die Finger bekämen, der sich an ihren Kindern oder Enkeln vergangen hätte, und dann kann ich mir immer lebhaft vorstellen, was sie machen würden, wenn sie den in die Finger bekämen, der dafür gesorgt hat, dass sich dieser eine nicht mehr in Sicherheitsverwahrung befindet.

Dem Richter war auch aufgefallen, dass die Stadt Löffingen keine Rechnung einklagt, sondern nur geschätzte Geldbeträge, die sie offenbar in betrügerischer Absicht als Rechnung/Gebührenbescheid etikettiert hat.
Ich wollte die Frage geklärt haben, wer da noch 8 Monate à 64 € an geschätzten Kosten mit dazu gepackt hat. Daraufhin erhob sich Behnke M.A. und schlich gebeugt vom Gram und der eigenen Erbärmlichkeit zum Richtertisch, um dort kleinlaut zu Protokoll zu geben, dass es so aussieht, dass es seine Handschrift wäre.

Auf meinen Hinweis, dass es sich dabei um einen klaren Fall von Urkundenfälschung handelt, entgegnete der Richter, dass es hier nicht meine Aufgabe wäre, über Strafrecht zu dozieren.

Wenn etwas so aussieht, heisst es eben noch lange nicht, dass es sicher so ist.
Sicher ist nur, dass es eine empfindliche Strafe braucht, um eine Urkundenfälschung eines Rechtsanwalt zu ahnden …

Was die Aufgabe eines Beklagten in einer Gerichtsverhandlung ist, durfte ich wenig später erfahren.
Die Klägerin Stadt Löffingen und der Richter erklärten sich bereit, mir einen beträchtlichen Teil der Zahlungsforderungen zu erlassen, wenn ich einer Räumung zustimme. So geht es zu im Land, wo die Tomaten blühn und alles käuflich und verkäuflich ist, sogar Ehre und ein reines Gewissen …
Ein Urteil mit Zustimmung des Verurteilten entzieht sich automatisch jeder Überprüfung.
Nur darum geht es. Aber den Gefallen habe ich ihnen nicht getan.
Nicht mal an einem Tag wie diesem …

Und dann war es auf einmal gefallen, das böse Wort „Prolet“.  Klaus hat es auch gehört und kann es bezeugen. Eingesetzt vom Jungrichter auf Probe, um bewusst zu verletzen und dem Beklagten gegenüber seine Missachtung kund zu tun, denn ein verständiger Hörer hatte keinen Zweifel daran, wer mit „rumproleten“ gemeint war. Ein klassischer Fall von Beleidigung § 187 StGB, denn für eine sachliche Auseinandersetzung war es nicht notwendig, dieses Wort zu verwenden.
Aber bei mir hat jeder neue Bekannte einen Schuss frei.
An Tagen wie diesem sogar zwei …

Ich sagte dem Richter, dass diese Situation ausschliesslich durch Lug und Trug der Stadt Löffingen entstanden ist und dass die zahlreichen Rechtsverstösse doch mit Händen zu greifen sind, angefangen von dem Verschweigen der Altlast hin zum Prozessbetrug im Verfahren 12 C 90/14 bis hin zur Überbauung meiner Stellplätze.

Der Richter entgegnete, dass er dafür nicht zuständig ist. Seine Aufgabe sei es, über zivilrechtliche Ansprüche zu entscheiden.

Nun würde es einem gewöhnlichen Forscher den Boden unter den Füßen wegziehen, wenn er nach
3 Jahren Forschung auf dem Gebiet der Juristerei feststellen muss, dass ein Richter nicht für Rechtsverstösse zuständig ist. Aber zum einen bin ich kein gewöhnlicher Forscher und zum anderen gibt es grundsätzlich nix, was mir den Boden unter den Füßen wegziehen könnte.
Schon gar nicht an Tagen wie diesem ..

Nach einer Stunde verliess ich den Tempel der Gerechtigkeit wieder, nachdem ich mich kurz mit Klaus unterhalten und per Handschlag verabschiedet hatte. Ich nahm die Erkenntnis mit, dass ein wichtiges Rädchen zum Betrieb des System Löffingen wieder weiss, was seine Aufgabe ist und reibungslos funktioniert.
Aber nicht mal das konnte mir die Laune versauen an einem Tag wie diesem.

Den Nachmittag wollte ich dazu nutzen, um Orte zur Erbauung und Entspannung aufzusuchen.
Ich wollte diesen ganzen unglaublichen Mief und Sumpf und Dreck hinter mir oder besser unter mir lassen.

Es ist schon komisch, wenn man vom Turm runter schaut und sieht, wie die LKWs auf der Strasse langsam vorwärts kriechen, wie kleine Ameisen mit Anhänger. Da unten wuseln sie also rum, die LKW-Fahrer und all die anderen Proleten, die den Mehrwert erwirtschaften, den die Politiker verbraten und die Professoren und Richter sich als Gehalt auf ihrem Konto gutschreiben lassen …

Schulden haben sie alle, und jetzt habe auch ich zum ersten Mal im Leben Schulden. Schulden bei der Stadt Löffingen. Möglicherweise bin ich sogar als finanzschwach eingestuft. Aber dieser Umstand entlockt mir so wie dem Löffinger Bürgermeister Link allenfalls ein Schmunzeln.
Ganz besonders an Tagen wie diesem.

An Tagen und Orten wie diesem kommen mir immer die besten Ideen. Ich habe beschlossen, meine Schulden bei der Stadt Löffingen bis auf den letzten Cent genau an dem Tag zu begleichen, an dem sie ihre Schulden bis auf den letzten Cent beglichen hat. Diese Regelung enthält zumindest starke Aspekte von Gerechtigkeit.
Es wird ein grossartiger Tag werden.
Fast so ein Tag wie dieser …

Es liegt auf der Hand, dass nicht ich diese Schulden bezahlen werde, sondern meine Nachfolger.
Damit meine ich natürlich nicht meine leiblichen Nachfahren, denn es werden ja auch nicht die leiblichen Nachfahren des Löffinger Stadtbaumeisters Rosenstiel, des Bürgermeister Brugger und der Gemeinderäte die Schulden bezahlen, die ihre Vorfahren angehäuft haben. Mit Nachfolger meine ich die, die neu hinzu gekommen sind, nicht zuletzt um die Schulden von denen zu bezahlen, die schon länger da sind.

An dieser Stelle möchte ich mal sagen, dass es sich um eine besonders hinterhältige Form von Rassismus handelt, dass man diesen Leuten die Altlasten verheimlicht hat. Ein klarer Fall von Betrug. Es sind 2,2 Billionen € Schulden des Bundes zu tilgen. Dazu kommen noch Rentenansprüche von Herren wie Rosenstiel, Brugger und Link in Höhe von 4-5 Billionen €. Jeder neu angesiedelte Löffinger hat zusätzlich (derzeit) 21.000.000 € mit abzubezahlen. Da wird es doch auf meine zwei oder viertausend € auch nicht mehr drauf ankommen.
Ich habe mich wenigstens immer bemüht, über die tatsächlichen Umstände zu informieren.
Nicht nur an Tagen wie diesem ..

An Abenden wie diesem sitze ich gerne auf meinem Wagen und schaue der goldenen Sonne zu, wie sie sich in Richtung morgen verabschiedet

Mein Clinch mit der Stadt Löffingen beschäftigt mich nicht so sehr, wie es den Anschein haben könnte.

Mir ist schon bewusst, dass es grössere Ungerechtigkeiten auf der Welt gibt.

Es geht auch nicht darum, mich als Opfer zu inszenieren.

Es geht darum, den Gestalten im Löffinger Rathaus den Spass an ihrer Willkür zu verleiden

im Interesse derer, die diese Willkür schon zu spüren bekommen haben und im Interesse derer, die diese Willkür noch zu spüren bekommen würden, wenn nicht endlich mal jemand auf die Kacke haut

zivilrechtlich ist wohl nix mehr zu machen

versäumte Fristen lassen sich nicht nachholen

so geht Rechtsstaat

aber strafrechtlich ist noch alles drin …

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